Unternehmensleitbild

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Das Leitbild der Krautheimer Werkstätten

Die Krautheimer Werkstätten (WfbM) ist ein Sozialunternehmen, das der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben dient. Maßgeblich für die Weiterentwicklung der Krautheimer Werkstätten ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Unsere traditionelle und gesetzlich verankerte Aufgabe als WfbM ist, Menschen mit Behinderungen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können:

Auf dieser Grundlage fördert und begleitet die WfbM Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderungen an ihrem jeweiligen WFbM-Arbeitsplatz, damit die Eingliederungschancen in das Arbeitsleben sich Schritt für Schritt verbessern.

Die WfbM bietet sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten sowie unterschiedlich stark qualifizierte Tätigkeiten an, sodass die Beschäftigten befriedigende und sinnerfüllte Erfahrungen machen können. Die WfbM entwickelt und stellt geeignete Hilfsmittel und Vorrichtungen bereit, um behinderungsbedingte Einschränkungen am Arbeitsplatz bestmöglich auszugleichen.

Gemeinsam unseren Mitarbeitern mit Behinderung wird ein personenzentrierter zielorientierter Förderplan erstellt, der den individuellen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten entspricht und eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung ermöglicht.

Jeder einzelne Arbeitsplatz soll individuelle Freiräume beinhalten, damit unsere Beschäftigten lernen, möglichst vielen Lebensbereichen selbständig und eigenverantwortlich handeln zu können.

Wer wir sind

Mit der Gründung der Krautheimer Werkstätten machen schwerst körperlich behinderte Menschen erstmals 1972 auf sich aufmerksam. In den Krautheimer Werkstätten werden zahlreiche Arbeitslosenhilfeprojekte unter einem Dach, als ein frühes Zeichen verwirklichter voller, wirksamer und gleichberechtigten Teilhabe zusammengeführt.

Die Herausforderung war, die Inklusion schwerst mobilitätsbehinderter Menschen in einer Zeit zu verwirklichen in der ein von sozialer Ausgrenzung & Verarmung geprägtes Lebensschicksal als „Pflegefall“ für mobilitätsbehinderte Menschen die Regel war. Weder investive noch personenzentrierte staatliche Fördermittel standen in dieser Zeit für die Wiedereingliederung „lediglich schwerst mobilitätsbehinderten Rollstuhlfahrer zur Verfügung, deren Wohnungs- und Arbeitssuche regelmäßig an Treppenhäusern in Wohnanlagen und Arbeitsstätten eine unüberwindbare Barriere und frühes Ende findet.

Aus diesem Grund investieren die Krautheimer Werkstätten bis 1988 alle Unternehmensgewinne vollständig in die Schaffung möglichst vieler, existenzsichernder WfbM-Arbeitsplätze um das Schicksal möglichst Vieler zu wenden.

Erst im Jahr 2020, knapp 50 Jahre später wird, dieses frühe, menschenrechtlich priorisierte, sozialwirtschaftliche Denken und Handeln der Krautheimer Werkstätten landesweit zum Leitbild der Behindertenhilfe und Inklusion in Baden-Württemberg. Und dennoch gibt es mehr denn je Grund zur Sorge! Während die Teilhabeleistungen im Jahr 2019 für schwerst körperlich behinderte Menschen landesweit auf einen Beschäftigtenanteil von nur noch 2,7% in den Werkstätten des Landes abgesunken sind (vgl. Ø bundesweit: 6,7%; Bayern: 11,7%) ermöglichen die Krautheimer Werkstätten - neben dem Personenkreis seelisch behinderter Menschen – einem besonderen Personenkreis mit umfassendem Assistenzbedarf zur Teilhabe im Arbeitsleben einer WfbM die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe im Arbeitsleben, wie sie im Landesrahmenvertrag SGB IX in Baden-Württemberg am 17.12.2020 allen Menschen mit Behinderungen zugesagt worden ist.

Unternehmensleitbild

1 | Der lange Weg von der Selbsthilfe zu anerkannten Menschenrechten

Schon Mitte der 50 er Jahre war Ihnen klar, dass ihre körperlich gravierenden Defizite niemals Grund dafür sein dürfen, als „Einzel- und Pflegefall“ zu verarmen und zu verelenden.
Existenziell von der Abhängigkeit staatlicher Fürsorge bedroht, nehmen einige wenige „Gehunfähige“ Ihr Leben, Ihr Geld und Ihr Schicksal mutig in die eigene Hand.
All Ihre Bemühungen wieder auf dem 1. Arbeitsmarkt „Fuß zu fassen“ waren zuvor gescheitert; und sie werden mit ihren besonderen Teilhabebedarfen weitere 30 Jahre lange gänzlich ungehört und unverstanden bleiben – deutschlandweit- weil Barrierefreiheit im öffentlichen Raum erst dann ein Thema ist, wenn die Mehrheit der Gesellschaft und nicht eine Minderheit von „15.000 Gehunfähigen aller Art“ [1] auch mit Mobilitätseinschränkungen ein normales Leben bis ins hohe Alter führen möchte. In all dieser Zeit waren ihre Hoffnung und alltägliche Überzeugung, dass das „unverstandene ideelle und soziale Wollen“ [2] ihrer behinderten Minderheit, den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft ebnen kann, in der die volle, wirksame und Gleichberechtigte Teilhabe eine Selbstverständlichkeit und ein Grundrecht für jeden Menschen sein wird.

 

[1] Zitat Eduard Knoll 1955 1. Rundbrief an die Mitglieder

[2] Zitat Eduard Knoll 1955 1. Rundbrief an die Mitglieder

2 | Die Gründung einer „besonderen Werkstatt“ in Baden-Württemberg

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen besonderen und herkömmlichen Werkstätten zu kennen. Herkömmliche Werkstätten beschäftigten traditionell weit überwiegend Menschen mit geistigen Behinderungen. Die Krautheimer Werkstätten sind seit 1972 ein Sozialunternehmen für körperlich und seit 1994 auch seelisch behinderte Menschen mit hohem Assistenz- und Teilhabebedarf und einer bundesweit einmaligen Gründungsgeschichte. Die Spezialisierung auf Personenkreise, die anfänglich stets zu behinderten Minderheiten in der Werkstättenlandschaft zählten macht uns zu einer „besonderen Werkstatt“. Dabei ist bundesweit einzigartig, dass die Trägerschaft bis heute unverändert in der Verantwortung von Menschen mit Behinderungen liegt. Drei Selbsthilfeverbände körperlich behinderter Menschen sind Gesellschafter der Krautheimer Werkstätten gem. GmbH.
Was kaum jemand weiß und deshalb hier ausdrücklich erwähnt werden muss ist, dass die Krautheimer Werkstätten nicht im Geiste staatlicher Fürsorge oder wie sonst üblich, auf der Grundlage caritativer Nächstenliebe gegründet worden sind. Menschen mit Behinderungen schaffen sich eine Existenzgrundlage in einer Zeit in der die Folgen ihrer Behinderung sozialpolitisch ungehört und unverstanden geblieben sind.

3 | Zeitenwende: Im Spannungsfeld zwischen Defizitorientierung und Neuorientierung am Bio-Psycho-Sozialen Verständnis von Behinderung

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 war der Anfang der Zeitenwende in der Behindertenpolitik in Deutschland gemacht. Ein Menschenbild das über einen Zeitraum von fast zweihundert Jahren unter „Behinderung“ stets das unabwendbare Schicksal und „Defizit eines Einzelnen“ verstanden hat gerät ins Wanken. Der Einfluss von veränderlichen Umweltfaktoren, die sog. Barrierefreiheit verändert unser Verständnis von Behinderung.
Gleiche, wirksame und volle gesellschaftliche Teilhabe verpflichtet uns mehr und mehr Behinderung zu allererst als ein von Umweltfaktoren erzeugter und somit durch die Änderung von Umweltfaktoren veränderlichen Lebensumstand zu verstehen. Fachleute bezeichnen dieses Denken als ein „Bio-Psycho-Soziales“ Verständnis von Behinderung.

Wir befinden uns im Jahr 2023 weiterhin am Anfang einer Entwicklung, in der mit der UN-BRK 2009 grundgesetzlich verankerte große Kräfte freigesetzt worden sind, die erst 2017 mit Hilfe des Bundesteilhabegesetz in den Bundesländern erst gehört und mit der Verhandlung von Landesrahmenverträgen, wie dem in Baden-Württemberg im Jahr 2021 eine erste Verständigung hinsichtlich des Paradigmenwechsels ermöglicht wurde. Dies ist jedoch für sich selbst genommen kein Fortschritt, sondern die Grundlage für ein gesellschaftliches Umdenken, das weit größere materielle Ressourcen in Anspruch nimmt, als es die Leistungen zur Verwirklichung der Rechtsansprüche behinderter Menschen je sein werden.

4 | Von höchster Produktivität zu umfassendsten Assistenz- und Teilhabebedarfen

Wir sind ein Sozialunternehmen, das sich von Anfang an in Vorbildlicher Weise der Eingliederung von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen direkt auf den 1. Arbeitsmarkt verschrieben hat. Maximale Normalität und maximale Gesellschaftliche Teilhabe war stets das Ziel der Werkstatt.
Als solch besondere Werkstatt für Menschen mit hohem Assistenz -und Teilhabebedarf sind wir in den zurückliegenden 50 Jahren mehr als jede andere WfbM den gravierendsten Veränderungsprozessen unterworfen worden.
Von der produktionsstärksten Werkstatt in Süddeutschland mit dem Ziel der unmittelbaren vollen gesellschaftlichen Teilhabe der leistungsfähigsten Beschäftigten in unserer Werkstatt haben wir uns zur rehabilitativ aufwendigsten Werkstatt für Menschen mit höchstem Assistenz- und Teilhabebedarf bei gleichzeitigem Wunsch nach Beschäftigung im Arbeitsbereich einer WfbM gewandelt. Hier arbeiten noch 50% eines Personenkreises der in allen anderen Werkstätten in Baden-Württemberg nur noch im Umfang von ca. 2,5 % im Arbeitsbereich gegen Entgelt sinnvolle Beschäftigung findet.

Unsere traditionelle und gesetzlich verankerte Aufgabe als WfbM bleibt, auch Menschen mit umfassend hohem Assistenz- und teilhabebedarf, Menschen auch aus anderen Stadt- und Landkreisen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht oder noch nicht im Arbeitsbereich Ihrer Regionalwerkstatt  tätig werden können sinnvoll zu beschäftigten. Wo immer möglich streben wir die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an. Wir unterstützen jedes Beschäftigen dabei,  

  • eine angemessene berufliche Bildung zu erhalten
  • eine ganzheitliche Förderung insbesondere der Persönlichkeitsentwicklung zu erfahren,
  • die individuelle Leistungsfähigkeit Stück für Stück wieder zu gewinnen, neu aufzubauen oder gezielt weiter zu entwickeln,
  • eine sinnvolle Beschäftigung in einem den Neigungen und Fähigkeiten entsprechenden Arbeitsbereich zu erhalten und dafür ein angemessenes Arbeitsentgelt zu erhalten.

Darüber hinaus ist es unsere Aufgabe den Übergang und den Zugang von Menschen oder bestimmten Gruppen von Menschen mit Behinderungen auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Dazu bieten wir Fachleistungen aus einer Hand um die selbstständige Lebensführung dadurch zu erhalten in dem wir den Beschäftigten auch bei der Stabilisierung seines gesellschaftlichen Lebensumfelds im Bereich des Wohnens und der Freizeit auf Wunsch unterstützen.

Auf dieser Grundlage fördert und begleitet die WfbM Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderungen an ihrem jeweiligen WfbM-Arbeitsplatz, damit die Eingliederungschancen in das Arbeitsleben sich Schritt für Schritt verbessern.

Die WfbM bietet sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten sowie unterschiedlich stark qualifizierte Tätigkeiten an, so dass die Beschäftigten befriedigende und sinnerfüllte Erfahrungen machen können. Die WfbM entwickelt und stellt geeignete Hilfsmittel und Vorrichtungen bereit, um Einschränkungen am Arbeitsplatz behinderungsbedingte bestmöglich auszugleichen.

Gemeinsam unseren Mitarbeitern mit Behinderung wird ein personenzentrierter zielorientierter Förderplan erstellt, der den individuellen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten entspricht und eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung ermöglicht.


Jeder einzelne Arbeitsplatz soll individuelle Freiräume beinhalten, damit unsere Beschäftigten lernen, im möglichst vielen Lebensbereichen möglichst selbständig und eigenverantwortlich handeln zu können.

5 | Der Einzelne im Unternehmen

Im Mittelpunkt unseres Tuns und Handelns stehen unsere Beschäftigten, für die alle Fachkräfte und auch die Gesellschafter der Krautheimer Werkstätten personenzentriert und jeden Tag neu Verantwortung tragen.
Auf einen würdevollen Umgang wird geachtet. Dies umso mehr, je abhängiger unsere Beschäftigten von Hilfestellungen insbesondere in der Pflege sind.

Jeder Einzelne hat so viel Handlungsspielraum, wie er das Gesamtunternehmen nicht negativ beeinträchtigt.

6 | Unser tägliches Miteinander

Unser tägliches Miteinander ist geprägt von Achtsamkeit.

Wir wollen uns trotz unterschiedlicher Aufgaben und Rollen stets als gleichwertige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wahrnehmen und einander so begegnen, wie wir es selbst vom Anderen uns gegenüber auch erwarten.

7 | Wir fördern und begleiten

In jeder Weise soll der Einzelne seine Fähigkeiten und Fertigkeiten selbständig einbringen können.

Mit diesem Konzept, in das alle Mitarbeiter der WfbM mit oder ohne Behinderung eingebunden sind, wollen wir individuell vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten verbessern, fördern und für jeden Einzelnen und somit für das gesamte Unternehmen nutzbar machen.
So wollen wir die dauerhafte Verbesserung der Arbeits- und Lebensqualität durch gezielte begleitende Maßnahmen erreichen, motivierend auf jeden Einzelnen einwirken und somit die Freude und den gemeinsamen Erfolg steigern und erlebbar machen.

Durch das „Sich-selbst-einbringen" wollen wir uns und den Anderen fördern und zugleich fordern, ohne dass hierbei für den Einzelnen eine Überforderung eintritt.

8 | Führung

Kooperativer Führungsstil

wir wollen im gesamten Unternehmen einen kooperativen Führungsstil praktizieren - dies bedeutet für uns:

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu hören und ihnen zuzuhören
  • Verantwortungs- und Kompetenzbereiche schaffen
  • Mitarbeiterinnen in Entscheidungen, die einzelne Abteilungen oder die Gesamteinrichtung betreffen, mit einzubeziehen

bedarfsorientierte Entscheidungen offenlegen und begründen getroffene Absprachen einhalten

9 | Konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit

durch gemeinsam vereinbarte Zielsetzungen wollen wir eine konstruktive Zusammenarbeit ermöglichen - die dabei verfolgten Ziele sollen:

  • Realistisch
  • Erreichbar
  • U. zeitlich begrenzt
  • von allen getragen
  • innerhalb Gesetze und Verordnungen
  • möglichst messbar sein

Sich ändernde strukturelle, wirtschaftliche, sozialrechtliche Rahmenbedingungen sollen konsequent in eine regelmäßig angepasste Zielsetzung einfließen.

Erarbeitete Wege und Lösungen sollen dann konsequent umgesetzt und die Zielerreichung kontinuierlich überprüft werden.

10 | Wahrnehmung von Führungsaufgaben

Führungsaufgaben wahrnehmen bedeutet für uns im Sinne unseres Leitbildes Vorbild sein. Offenheit und Ehrlichkeit sind dabei für uns ein Selbstverständnis und bedeuten:

  • für die Mitarbeiterinnen offen sein, sie fordern und fördern
  • für Herausforderungen offen sein
  • für Veränderungen offen sein und Veränderungen zulassen
  • für Innovationen offen sein und nur begründet sich für oder gegen eine Lösung entscheiden

Verbindliche Entscheidungen können letztlich jedoch nur im Rahmen der festgelegten Verantwortlichkeiten und Kompetenzen getroffen werden.

11 | Kommunikation und Information

Die Kommunikation setzt sich aus sprachlichen und nichtsprachlichen Teilen zusammen (Sprache, Schrift, Gehör, Mimik und Gestik)

Insbesondere mit Blick auf den besonderen Kreis unserer Leistungsempfänger - überwiegend Menschen mit schweren und mehrfachen körperlichen Einschränkungen - ist gelungene Kommunikation von herausragender Bedeutung zur Sicherstellung ihrer Teilhaberechte in der Gesellschaft.

Unser Ziel ist es, eine effiziente, d.h. wirksame Kommunikation vor allem gegenüber Menschen mit behinderungsbedingten massiven Sprachhemmnissen zu erreichen.
Die Kommunikation mit dem überwiegenden Teil unserer Beschäftigten ist besonders Zeitintensiv, was die Dauer selbst einfacher Gespräche betrifft.
Geduld und ausreichend Zeit zur Kommunikation, sowie der Blick auf die Gestaltung der notwendigen Rahmenbedingungen in den einzelnen Leistungsbereichen muss geschult und gefördert werden, damit Sprachhemmnisse auch im Gruppendialog für einzelne wirksam überwunden werden können.

Daraus ergeben sich verschiedene Grundhaltungen:

  • Wertschätzung

            (wir nehmen den Anderen so an, wie er ist - und nicht, wie wir ihn uns wünschen)

  • Empathie

            (wir wissen, dass unser Gegenüber anders denkt und fühlt - wir schätzen seine  
            Erlebniswelt)

  • Kongruenz

            (wir zeigen mit unserem Verhalten und unserer Aussage, wie wir wirklich sind)


Wir sind uns bewusst, dass Kommunikation und Information immer in einer wechselseitigen Beziehung zueinanderstehen. Wir wissen, jedes Verhalten ist immer Ursache und Wirkung.  Wer redet oder reden kann bewirkt etwas, wer schweigt oder nicht selbstständig zur Kommunikation fähig ist auch.  Insofern ist die Kommunikation die Grundlage der gesellschaftlichen Teilhabe und der langfristig gelingenden Zusammenarbeit im Unternehmen. Mit Blick auf den besonderen Personenkreis schwerst körperlich behinderter Leistungsberechtigten ist ein Vielfaches an Zeit erforderlich damit Kommunikation auf Augenhöhe gelingen kann.

Für uns ist somit folgendes von Bedeutung:

Wir wollen, dass Kommunikation im Alltag gelingt. Dafür ist Vertrauen und Offenheit und eine Lern- und entwicklungsorientierte Fehlerkultur die Grundlage. Ebenso trägt ein sehr hoher Eigenorganisationsgrad unserer täglichen Arbeit dazu bei den erforderlichen zeitlichen Freiräumen für Kommunikation mit unseren Leistungsberechtigten im Alltag zu schaffen. Dazu zählt auch, unnötige und zeitraubende Konflikte im Unternehmen im Alltag bereits in der Entstehung zu vermeiden. Dazu trägt bei:

  • An jedem Ort im Unternehmen gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass der richtige
                Kommunikationsweg und Informationsfluss über sämtliche Ebenen und Bereiche für  
                jeden Einzelnen eingeschlagen wird und damit verlässlich und berechenbar bleibt.

  • Wir stellen sicher, dass Informationen die wir erhalten und weitergeben auf dem
               direkten Weg ggf. diskret, rechtzeitig, vollständig und unverfälscht weitergeleitet
               

  • Interne und als "vertraulich" gegebene Informationen müssen intern und vertraulich
               Wir wollen das gegenseitige Vertrauen als Grundlage all unserer
                Handlungen respektieren. Für den Fall, dass vertraulich zu behandelnde
                Informationen Einzelner dem Unternehmen und damit allen Mitarbeiterinnen und
                Mitarbeitern schaden, sind Wege der Kommunikation (Werkstattrat,
                Frauenbeauftragte, Geschäftsführung) zu wählen, die sicherstellen, dass ein Schaden
                vom Unternehmen unter Wahrung der Vertraulichkeit dennoch abgewandt werden
                kann.  

  • In der Wahrnehmung wollen wir zu berücksichtigen Lernen, dass jedes Verhalten
                immer gleichzeitig Ursache und Wirkung ist. Wer redet, teilt etwas mit, wer schweigt
                auch.
12 | Was ist unser Markt

im Rahmen unserer verschiedenen Geschäftsfelder wollen wir jede sich uns bietende Chance nutzen, unsere Marktpräsenz zu steigern. Hierbei sehen wir insbesondere unser unmittelbares, aber auch unser weiteres Umfeld.

Wir sehen als Markt jede Einzelperson, der wir durch unsere Leistungen Problemlösungen bieten können als auch Betriebe, Unternehmen, Institutionen o.ä.

Wie stellen wir uns zum Markt?

Durch geeignete Marketingmaßnahmen wollen wir uns am Markt präsentieren. Jeder ist sich bewusst, dass er zum Großteil selbst der beste Werbeträger ist. Wir wollen durch:

  • Einhaltung der Lieferfristen
  • bestmögliche Qualität
  • offene und umfangreiche Kundenberatung
  • intensive Kundenbetreuung und Kundenpflege
  • betriebswirtschaftliche Kalkulation
  • kostengünstige, schnelle und sichere Vertriebswege unsere Auftraggeber und Kunden überzeugen.

Jeder Mitarbeiterin ist sich bewusst, dass stets neue Wege zu neuen Kunden gesucht, erkannt und gegangen werden müssen.

Wir sind im Rahmen unseres gesetzlichen Auftrags in Verbindung mit der personellen und finanziellen Rahmenbedingung stets für neue Märkte, Technologien, Produkte und Vertriebswege offen.

13 | Aus-, Fort- und Weiterbildung

All unsere Mitarbeiter müssen gerade in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels die Möglichkeit zu dem Aus, Fort- und Weiterbildung haben.
Gerade die Arbeit mit behinderten Menschen erfordert besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Möglichst alle neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Krautheimer Werkstätten sollen daher berufsbegleitende dabei gefördert und unterstützt werden eine Qualifikation als geprüfte Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) zu erwerben.
Die Weitergabe des erlangten Wissens aus allen Fort- und Weiterbildungen ist innerhalb der Einrichtung weiterzugeben und die Umsetzung neuer Erkenntnisse ist sicherzustellen.

Nur gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter sind in der Lage Menschen mit Behinderungen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern, die Qualität unserer Arbeit zu verbessern und damit zum Erhalt der Leistungsfähigkeit der Werkstatt zu erhalten.

14 | Mitarbeiterentwicklung und -orientierung

Teamarbeit
In großer Eigenverantwortung und Selbstbestimmung stellen wir uns den täglichen
Herausforderungen an unserem Arbeitsplatz. Übergreifende Teamarbeit ist hierbei
unerlässlich. Die Art wir wie, wenn möglich passiv führen, immer aber aktiv kommunizieren
und Konflikte früh erkennen und lösen können, bildet die Grundlage einer guten Teamarbeit. Sie spiegelt sich in der Zuverlässigkeit von Termin- und Qualitätsabsprachen im Ganzen Unternehmen wider.

Im Team trägt jeder seinen Teil der Verantwortung für die geleistete Arbeit. Wir verstehen Teamarbeit auch als wechselseitig bedingter Motivationsprozess.

Gestaltungsfreiräume
Die Festlegung der Verantwortungsbereiche erfolgt in unserer Werkstatt unter Berücksichtigung der fachlichen, sozialen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen der jeweiligen Stelle nach Möglichkeit immer im Einvernehmen mit dem Werkstattrat.

Im Rahmen der jeweiligen fachlichen Kompetenzen werden jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin Mitsprache-, Mitgestaltung und ggf. Mitentscheidungsrechte zugebilligt - was aber auch die Mitverantwortung im jeweiligen Maße nach sich zieht.

Jeder Mitarbeiter hat jederzeit die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge einzubringen.

15 | Arbeits- und Lebensqualität

Arbeits- und Lebensqualität sind voneinander abhängig und bedingen sich gegenseitig.

Wenn die Lebensqualität am Arbeitsplatz zunimmt,
wirkt sich dies positiv auf die Arbeitsleistung aus.

Daraus resultiert, dass die Arbeits- und die Lebensqualität zusammengehören.

Wenn wir eine bessere Arbeitsqualität erreichen wollen, muss nicht nur bei der Arbeitsqualität, sondern auch bei der Lebensqualität nach einer Lösung gesucht werden.

Um mit dem Thema umgehen zu können, ist eine gemeinsame Grundlage notwendig. Dies beinhaltet für uns, dass wir im Umgang miteinander den Einzelnen als individuelle Persönlichkeit wahrnehmen und - so oder so - akzeptieren.

  • Der Umgang miteinander soll einfühlsam, verständnisvoll und gleichwertig sein,

            jedoch die Fähigkeiten selbstbestimmten oder selbstständigen Denken uns Handelns

            in keinem Einzelfall einschränken (Helfersyndrom)

  • Persönliche Fähigkeiten und Fertigkeiten sollen in jedem Einzelfall erkannt und wenn

            möglich gezielt gefördert werden.

  • Die Gestaltung des Arbeitsplatzes ist immer individuell vorzunehmen, muss sich

            jedoch in ein Gesamtkonzept einfügen

  • Für Selbstverantwortung und selbständiges Handeln muss immer genügend

            Handlungsraum zur Verfügung stehen

  • Die Räumlichkeiten und der Arbeitsplatz müssen den Bedürfnissen und Fähigkeiten
               des Einzelnen angepasst sein.

Wir wollen ein Zusammengehörigkeits- und Zugehörigkeitsgefühl (Wir-Gefühl) fördern und vermitteln.
Unser Ziel ist es, gemeinsam Wege zu suchen, zu finden und erfolgreich miteinander zu gehen.

16 | Umweltbewusstsein

Unser Verständnis für die Umwelt resultiert aus der Verantwortung jedes Einzelnen gegenüber der Natur und der Begrenzung nachwachsender Rohstoffe und Ressourcen.

Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen für eine Umwelt in der auch zukünftigen Generation noch gut leben können, ist immer Führungsaufgabe und entbindet Einzelne niemals vor Eigenverantwortung

Hierfür ist es notwendig, dass jeder seinen Beitrag leistet - sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatbereich. Umweltbewusstes Denken und Handeln fängt bei jedem Einzelnen im Kleinen an und soll in unserem gesellschaftlichen Umfeld auffallen und deutlich wahrgenommen werden können.  

17 | Aktivierende Selbsthilfe ist eigenständige Qualität und traditionelles Leitmotiv

Die Qualität unserer Arbeit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Sinn unseres Handelns. Durch sinnvolles handeln, wollen wir auf Dauer Erfolg haben.

Sinnvoll handeln soll zweierlei heißen:

  • Erstens:
               dass wir uns stets unserer Handlungen bewusst sind. Wir spulen nicht
                gedankenlos etwas ab. Bei jedem Handeln tun wir das, was wir tun,
                bewusst - mit Sinn und definierten Zielen.

            Die eigentliche Kraft steckt jedoch in einem Zweiten:

  • Mit einer Zielsetzung erreichen wir etwas, das einen definierten Anfang und ein Ende hat. Unsere Tätigkeit in einer sinnvollen Weise zu tun geht über die Zielsetzungen hinaus, definiert sich in einer Grundhaltung, der Art und Weise wie etwas auf Dauer erreicht werden soll.

         Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krautheimer Werkstätten sind jederzeit in der Lage den Sinn Ihrer sozialen Tätigkeit – über den blosen Broterwerb hinaus - deutlich zu machen.

18 | Kundenorientierung ist Personenzentrierung und die Grundlage unseres Handelns

Sowohl hinsichtlich unserer industriellen, öffentlichen oder privaten Auftraggeber in unterschiedlichsten Arbeitsbereichen, als auch gegenüber unseren wichtigsten Kunden, den Rehabilitanden und Werkstattbeschäftigen mit Behinderung ist die „Kundenorientierung“ der Schlüssel zum Erfolg.

Dabei unterscheidet sich die „aktivierende Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne personenzentrierter Förderung Unterstützungskonzepte für unsere wichtigsten Kunden, die Beschäftigten und Rehabilitanden der WfbM in keinster Weise von dem auf unsere Auftraggeber ausgerichteten Dienstleistungsgedanken.

Auf der Grundlage einer von Achtsamkeit geprägten Unternehmenskultur tragen wir täglich dazu bei, die Interessen von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft dadurch zu verbessern, als dass wir im Umgang mit allen an Personen und Organisationen, wo immer möglich positive Begegnungen und Erfahrungen schaffen, an die man sich gerne erinnert.
Wir erwarten, dass sich aufgrund dieser vorbildlichen Arbeitsweise im Alltag auch die Integration von Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben stets besser gelingt.  

Krautheimer Werkstätten

im Dezember 2022

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