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Entlohnung =

Die Verringerung des Heimkostenbeitrages für Mitarbeiter in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die gleichzeitig in Einrichtungen leben, war zentrales Thema beim Besuch von Annette Sawade, SPD-Mitglied des Deutschen Bundestages, in Krautheim.

Eingeladen hatte der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) zu einem Besuch der Krautheimer Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfB) und des Eduard-Knoll-Wohnzentrums (EKWZ).

Nach der Begrüßung durch BSK-Vorstandsmitglied Andreas Brandenburger erläuterten Burkhard Wegner (WfB-Geschäftsführer) und Klaus Fischer (AL-Recycling) die Arbeitsabläufe in der Recycling-Abteilung.

Im Anschluss diskutierten Ulf-D. Schwarz (BSK-Geschäftsstellenleiter), Martin Veil (WfB-Werkstattrat) und Jürgen Milewski (EKWZ-Heimbewohner) über aktuelle sozialpolitische Themen. "Es wird höchste Zeit, dass der Heimkostenbeitrag abgeschafft wird", forderte Martin Veil. "Unsere Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen leisten 100 Prozent Arbeit und haben dafür am Monatsende knapp 100 Euro in der Tasche. Das ist eine große Ungerechtigkeit", so Veil - und ergänzt: "eine gerechte Entlohnung in den WfbM´s muss Herzensache sein". Ulf-D. Schwarz fügte hinzu: "Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wie es auch die UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht, ist mit 100 Euro nicht möglich. Deshalb fordern wir eine Erhöhung des Freibetrages von derzeit 100 auf 200 Euro".

Anette Sawade versprach prüfen zu lassen, welche Gesetze auf Bundesebene geändert werden müssen und: mögliche Fördertöpfe zu suchen, um diese diskriminierenden Missstände abzuschaffen.

MdB-Mitglied Sawade bot an, in der forführenden Kommunikation zwischen Werkstatträten und politischen Entscheidungsträgern zu vermitteln. "Ich habe auch ständigen Kontakt zum baden-württembergischen Behindertenbeauftragten Gerd Weimer und werde das mit ihm thematisieren", betonte sie.

Der Einladung von Martin Veil für einen Probe-Arbeitstag in der WfB nahm sie gerne an. "Hier hätten Manager die Möglichkeit, zusammen mit Menschen mit Behinderung einen Tag lang zu arbeiten und dabei ihre soziale Kompetenz zu fördern", schlug sie beigeistert vor.